Das Gemeine, befindet sinngemäß Flaubert, sei das Erhabene
von unten.
Erforderte die künstlerische Hervorbringung des antikisch geprägten
Idealschönen tradiertes künstlerisches Können und Kunstfertigkeit,
so erfahren das Unscheinbare und „Hässliche“ in individuellen,
experimentellen Malprozessen eine Nobilitierung als konstituierende
Elemente einer zunehmend autonomen Malerei.
Der hierarchische Kanon von Sehens- und Denkwürdigkeiten
zerfällt, das Virtuosentum repräsentativer „offizieller
Malerei“ wird von neuen prozesshaften Malansätzen unterströmt.
Am Ende läuft der gut gemalte Spargel der gut gemalten Madonna
den Rang ab, der schlecht gemalten allemal!
So unmittelbar und frisch Klaus Geigles Bilder sind, so
ist in ihnen die Reflexion der hier skizzierten Entwicklung ablesbar.
Das unterscheidet ihn signifikant von illustrativ-narrativen Maltendenzen
unserer Tage. Geigles Malerei absorbiert gegenstandsbezogene Elemente,
sie führt sie nicht vor.
Udo Scheel (aus dem Text zum Katalog Ghostrabbits 2008)
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